Ghana liegt an der westafrikanischen Atlantikküste und gehört zu den politisch stabileren Staaten der Region. Das Land grenzt an die Elfenbeinküste, Burkina Faso und Togo und zeichnet sich durch eine vergleichsweise kompakte, gut bereisbare Struktur aus. Die Küstenebene im Süden, die bewaldeten Regionen im Landesinneren und die trockeneren Savannen im Norden bilden die wichtigsten Landschaftszonen. Für Reisende relevant sind vor allem die historischen Küstenorte, die Nationalparks sowie die Rolle Ghanas in der westafrikanischen Geschichte. Accra, die Hauptstadt, ist wirtschaftliches und kulturelles Zentrum und zugleich wichtigster internationaler Verkehrsknotenpunkt.
Ghana: Geschichte, Kolonialzeit und kulturelles Erbe
Ghana war eines der ersten Länder Afrikas südlich der Sahara, das 1957 die Unabhängigkeit von der Kolonialherrschaft (Großbritannien) erlangte. Die Geschichte des Landes ist eng mit dem transatlantischen Sklavenhandel verbunden, der sich insbesondere entlang der Küste manifestiert hat. Zahlreiche Forts und Festungen, darunter Cape Coast Castle und Elmina Castle (beide Unesco-Welterbe), dienten über Jahrhunderte als Umschlagplätze.
Im Landesinneren zeugt das Ashanti-Reich von einer eigenständigen politischen und kulturellen Entwicklung. Kumasi, die historische Hauptstadt der Ashanti, ist bis heute ein Zentrum traditioneller Kultur. Handwerk, hauptsächlich Kente-Stoffe und Holzschnitzereien, spielt eine wichtige Rolle. Die Bevölkerung Ghanas setzt sich aus verschiedenen ethnischen Gruppen zusammen, wobei Akan, Ewe und Mole-Dagbani zu den größten zählen. Englisch ist die Amtssprache, daneben sind zahlreiche lokale Sprachen verbreitet.
Ghana bietet Küste, Regenwald und Savanne
Die Küste Ghanas erstreckt sich über rund 540 km und ist geprägt von Sandstränden, Lagunen und kleineren Fischerorten. Im Süden dominieren tropische Regenwälder, etwa im Kakum-Nationalpark. Dieser ist vor allem für seinen Canopy Walkway bekannt, ein Hängebrückensystem in den Baumkronen. Tierbeobachtungen sind möglich, wenn auch weniger spektakulär als in ostafrikanischen Safarigebieten. Weiter nördlich geht die Landschaft in Savannen über. Der Mole-Nationalpark ist das wichtigste Schutzgebiet des Landes und bietet vergleichsweise gute Chancen, Elefanten, Antilopen und Paviane zu sehen. Die touristische Infrastruktur ist hier einfacher, aber funktional.
Städte in Ghana: Accra, Cape Coast, Elmina und Kumasi im Überblick
Accra ist eine schnell wachsende Metropole mit rund fünf Millionen Einwohnern in der Metropolregion. Wichtige Punkte sind das Independence Square, das Nationalmuseum sowie der Makola Market. Für Reisende dient die Stadt oft als Ausgangspunkt, weniger als klassisches Sightseeing-Ziel. Cape Coast und Elmina sind die bedeutendsten historischen Orte an der Küste. Beide liegen westlich von Accra und lassen sich gut kombinieren. Kumasi im Landesinneren ist vor allem wegen seiner kulturellen Bedeutung interessant. Der Kejetia Market zählt zu den größten Märkten Westafrikas, und der Manhyia Palace bietet Einblicke in die Geschichte der Ashanti.Der Norden, insbesondere rund um Tamale, wird deutlich seltener besucht. Hier stehen Naturerlebnisse und Einblicke in ländliche Lebensweisen im Vordergrund.