Am Rand der nordalbanischen Stadt Shkodër erheben sich auf einem Hügel die Ruinen der weitläufigen Burganlage Rozafa. Die starken 880 m langen Mauern umfassen ein Gebiet von 35000 qm. Rozafa zählt zu den bekanntesten Wahrzeichen Albaniens. Ihre Geschichte beginnt im 4.-3. Jh. v. Chr. und reicht von den Illyrern über die Osmanen bis heute.
Die Legende von Rozafa
Bekannt ist sie auch wegen der bizarren Legende ihrer Entstehung: Danach versuchten drei Brüder eine Burg zu bauen, doch die Mauern stürzten immer wieder ein. Es wurde ihnen geraten, eine Frau einzumauern, damit die Mauern für immer halten sollten. Die Brüder beschlossen, die Ehefrau zu opfern, die am kommenden Tag als erste das Mittagessen bringen würde. Da die beiden älteren Brüder ihren Frauen von dem Plan erzählten, kam die die junge Rozafa als erste mit dem Essen. Sie ergab sich in ihr Schicksal, bat aber darum, eine Brust, einen Arm und ein Bein nicht einzumauern, um ihrem Baby die Brust geben, es streicheln und mit dem Bein die Wiege schaukeln zu können.
Im Burgmuseum ist eine Darstellung dieser Sage zu sehen. Außerdem findet man Reste einer mittelalterlichen Kirche und einer Moschee.
Der Blick von der Burg ist atemberaubend: Man sieht über die Stadt Shkodër, die Flüsse Buna und Drini, die albanischen Alpen und bei guter Sicht bis zum Meer.