Als eine der ältesten erhaltenen Kirchen auf dem Balkan gab die Kirche der Heiligen Sofia (Базилика Света София) der bulgarischen Hauptstadt ihren Namen – zuvor hieß die Stadt Serdica bzw. Sredets. Sie wurde im 6. Jahrhundert unter Kaiser Justinian I. auf den Fundamenten mehrerer älterer Vorgängerkirchen aus dem 4. Jahrhundert errichtet. Die schlichte, rötliche Backsteinarchitektur im frühbyzantinischen Stil steht in bewusstem Kontrast zur nahegelegenen, prunkvollen Alexander-Newski-Kathedrale. Unter der Kirche befinden sich ausgedehnte Katakomben mit mittelalterlichen Grabstätten, die besichtigt werden können. Während der osmanischen Herrschaft diente das Gebäude zeitweilig als Moschee, bevor es nach der Befreiung Bulgariens 1878 wieder zur christlichen Kirche wurde.