Die frei zugängliche Schuttersgalerij, eine Passage zwischen dem Amsterdam Museum und dem Begijnhof, zeigt Schützengilden-Gemälde des 17. Jh. Schützengilden waren Bürgerwehren, doch im Goldenen Zeitalter waren Geselligkeit, Stolz und Status tonangebend. Diese Entwicklung lässt sich in den Schützenbildern der Galerie nachvollziehen. Die Gemälde der Frühzeit sind strenge, steife Kompositionen, eine Aufreihung von Einzelporträts. Die Gruppenporträts des Barock hingegen sind dynamische Szenen voller Prunk und Lebensfreude. Es werden Sitzungen und Festbankette abgehalten, Reden geschwungen und Fahnen geschwenkt. Ein Paradebeispiel hat der Rembrandtschüler Govert Flinck 1648 gemalt. Auf seiner Großleinwand inszeniert er das Treffen zweier Gilden in voller Prachtentfaltung der Waffen und Kostüme.
Erfrischend sind die Arbeiten junger Künstler, die Schützenstücke mal anders sehen, als HipHop-Graffiti, Markt- und Schlachtbild oder als Flickenteppich. Der große Läufer ›My Town‹ von Barbara Broekman besteht aus 180 unterschiedlich ornamentierten Teppichstücken, jedes der Quadrate steht für eine der Nationalitäten, die in Amsterdam leben.