Der Genfer Vorort Meyrin unmittelbar an der französischen Grenze ist Sitz des Europäischen Kernforschungszentrums CERN (Centre Européen pour la Recherche Nucléaire). Es ist der weltweit führende Forschungsstandort für Teilchenphysik. Mehrere tausend Wissenschaftler aus rund 100 Staaten arbeiten hier am vielleicht spektakulärsten und teuersten Experiment, das die Physik bisher unternommen hat. Sie versuchen nichts Geringeres, als die Entstehung des Universums und die Beschaffenheit der Materie zu entschlüsseln. Ihr wichtigstes Instrument liegt 100 m unter der Erde: ein 27 km langer, ringförmiger Tunnel, ausgerüstet mit kompliziertester Elektronik. Darin lassen die Physiker Materieteilchen nahezu auf Lichtgeschwindigkeit beschleunigen und manövrieren sie dann mithilfe von mehr als 1000 riesigen Magneten auf eine gekrümmte Bahn, um sie schließlich kollidieren zu lassen. So will man den Urknall simulieren und die Geburt des Weltalls dechiffrieren. Seit Mitte 2026 werden die Beschleunigeranlage und die Experimentiereinrichtungen des CERN für voraussichtlich vier Jahre gewartet und modernisiert.
Das Besucherzentrum Science Gateway informiert in drei Dauerausstellungen mit zahlreichen Mitmach-Stationen, ›Discover CERN‹, ›Our Universe‹ und ›Quantum World‹, über viele Aspekte der Kernforschung. Spannend ist auch das von Renzo Piano entworfene Gebäude, das sich mit seinen Röhren am CERN-Teilchenbeschleuniger orientiert.