Die Ost-West Friedenskirche auf dem Oberwiesenfeld, dem heutigen Olympiapark, wurde ab 1952 von dem Einsiedler Timofej Wassiljewitsch Prochorow, liebevoll Väterchen Timofej genannt, ohne Genehmigung der Stadt aus Kriegsschutt erbaut. Zusammen mit seiner Frau Natascha lebte er im stillen Einvernehmen der Behörden bis Ende der 60er Jahre auf dem Gelände in einem, auch selbst erbauten, einfachen Wohnhaus. Als dann bekannt wurde, dass auf dem Oberwiesenfeld die Sportstätten der Olympischen Spiele 1972 gebaut werden sollten, wurde beschlossen Väterchen Timofej und Natascha zu vertreiben. Im Zeitgeist der 68er-Generation gab es allerdings großen Protest in der Bevölkerung, so dass daraufhin per Bürgerentscheid das Olympiagelände etwas weiter nördlich verlegt wurde. Als 2004 Väterchen Timofej im Alter von 104 Jahren verstarb, wurde zur Ost-West Friedenskirche noch sein ehemaliges Wohnhaus in ein kleines Timofej Museum umgestaltet. Es zeigt u.a. Fotos vom Aufbau der Kirche und die Begehung des Geländes damaliger politischer Größen wie F.J.Strauß und dokumentiert so den erfolgreichen Kampf von »Davids gegen Goliath«.
Am11.Juni 2023 brannte die Kirche vollständig ab. Ob es einen Wiederaufbau geben wird, ist unklar.