Als Urlaubsziel stand die westrumänische Stadt Timișoara bislang im Schatten bekannterer touristischer Regionen wie Siebenbürgen, Bukarest und dem bei Donaukreuzfahrten besuchten Donaudelta. Dies sollte sich mit der Ernennung zur Kulturhauptstadt Europas 2023 ändern, für die sich die auf Deutsch auch Temeswar genannte Stadt gründlich herausgeputzt hat. Im Mittelpunkt stand dabei die Restaurierung der vielen historischen Bauten aus der Zeit der österreichischen Habsburger, die Timișoara den Spitznamen „Klein-Wien“ eingebracht haben.
Die historische Perle Timișoara: Reisetipps für den ersten Rundgang
Das überschaubare Zentrum von Timișoara innerhalb der Ringstraße lässt sich mit dem Stadtplan gut zu Fuß erkunden. Geschichts- und Architekturinteressierte können eine Route planen, die am ältesten Platz der Stadt beginnt, dem Einheitsplatz (Piaţa Unirii). Er ist von farbenfrohen alten Häusern umgeben und lädt im Sommer mit Außengastronomie zur Pause ein. In der Mitte stehen die in Wien gefertigte Dreifaltigkeitssäule und der artesische Brunnen. Von hier führt der Weg zum bunt gepflasterten Freiheitsplatz (Piaţa Libertatii) und endet am Siegesplatz (Piaţa Victoriei), der von eleganten Stadtpalästen aus dem 19. und frühen 20. Jh. gesäumt wird.
Die Kirchen der Stadt: sakrale Highlights
Am Ende des langgestreckten Siegesplatzes erhebt sich die rumänisch-orthodoxe Kathedrale der heiligen drei Hierarchen, das Wahrzeichen der Stadt mit seinem ungewöhnlichen Dach. Zwei weitere beeindruckende orthodoxe Bauwerke sind die Kirche des Heiligen Elias und die serbisch-orthodoxe Christi-Himmelfahrt-Kirche. Die Österreicher ließen im 19. Jh. den katholischen Dom zum Heiligen Georg am Einheitsplatz errichten, eine der größten Barockkirchen Südosteuropas.
Weitere Sehenswürdigkeiten in Timișoara
Die historische Maria-Theresia-Bastion der Habsburger wurde zu einem ungewöhnlichen Multifunktionsbau umgestaltet, in dem heute Museen, Galerien und Lokale ansässig sind. Schöne Ziele für einen entspannten Spaziergang sind die Botanischen Gärten nordwestlich des Einheitsplatzes und die vielen Grünflächen entlang des Ufers der Bega. Die Neptunbrücke (Podul Decebal) gilt als schönste Brücke von Timișoara und liegt gleich neben dem denkmalgeschützten Neptunbad.