Finistère

Brest, Frankreich

Ans Ende der Welt locken wild zerklüftete Küsten mit Leuchttürmen, Kalvarienberge und traditionelle Spitzenhauben.
Ganz im Westen der Bretagne ragt das Departement Finistère in den rauhen Atlantik. Während es für die Römer Finis Terrae, das Ende der Welt war, nennen es die Bretonen Penn ar Bed, Anfang der Welt. Nirgendwo sonst ist die Bretagne ursprünglicher. Hauptzentren sind im Norden die Hafenstadt Brest und im Süden Quimper.

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Pointe du Raz
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Landschaft

Pointe du Raz

Pointe du Raz
Die Pointe du Raz mit ihren etwa 70 m hohen zerklüfteten Felswänden ist berühmt für ihre wilde Schönheit und berüchtigt wegen der tückischen Gewässer. Bei Sturm bietet sich ein Naturschauspiel mit hohen Brechern und ohrenbetäubendem Lärm.
Huelgoat
Tipp der ADAC Redaktion
Aktivitäten

Huelgoat

Huelgoat
Das Städtchen ist das Zentrum des Parc Naturel Régional dArmorique. Beim Wandern durch die letzten großen Wälder der Bretagne sind alte Denkmäler, reißende Bäche und Felsenmeere zu entdecken. Der Roche Tremblante (Zitterfelsen) kann trotz seiner 100 t Gewicht durch einen Stoß bewegt werden.
Brest, Océanopolis
Tipp der ADAC Redaktion
Aktivitäten

Océanopolis

Brest
In seinen Ausmaßen unübertroffen ist das futuristische, krebsförmig gebaute Hochseeaquarium und Meeresmuseum Océanopolis am östlichen Stadtrand. In riesigen Becken wird von Kleinstkrebsen über Quallen bis zu Haien das Leben in den verschiedenen marinen Ökosysteme der Welt veranschaulicht. Außerdem gibt es ein Becken, dessen Meerestiere man berühren kann.
Guimiliau, Lampaul-Guimiliau
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Bauwerke

Lampaul-Guimiliau

Guimiliau
Den berühmten Calvaire des Pfarrbezirks (Enclos) von Guimiliau bevölkern über 200 Figuren in 25 Szenen. Eine Nebenrolle spielt das arme Landmädchen Katel Gollet, das mit dem Teufel tanzt und dafür von furchterregenden Dämonen in den Höllenschlund gezerrt wird. Auch im Nachbarort Lampaul wartet ein umfriedeter Pfarrbezirk.
Roscoff, Jardin Exotique
Tipp der ADAC Redaktion
Landschaft

Jardin Exotique

Roscoff
Im 1987 angelegten Jardin Exotique gedeihen exotische Pflanzen aus Afrika, Amerika, Australien und von den Atlantikinseln, darunter Eukalyptuspflanzen, Baumfarne und südafrikanische Zwiebelpflanzen. Der mit Felsformationen, Wasserspielen, Kaskaden, Bassins und Brunnen ausgestattete Garten beheimatet auf einer Fläche von 1,6 ha mehr als 3.400 verschiedenen Pflanzen. Eine 18 m hohe Granitklippe eröffnet einen Panoramablick auf die Bucht von Morlaix.
Quimper, Musée des Beaux-Arts
Tipp der ADAC Redaktion
Museen

Musée des beaux-arts de Quimper

Quimper
Für eine Provinzstadt besitzt Quimper mit dem Museum der Schönen Künste eine ungewöhnlich reiche Gemäldesammlung. Sie umfasst Werke der italienischen und französischen Schule des 16. und 17. Jh., auch flämische Meister wie Peter Paul Rubens sind vertreten. Besonders interessant sind die Maler der Schule von Pont-Aven wie Emile Bernard, Paul Sérusier oder Maurice Denis, die die Landschaft der Cornouaille bei Quimper als Freiluftatelier nutzten.
Concarneau, Musée de la Pêche
Tipp der ADAC Redaktion
Museen

Musée de la Pêche

Concarneau
Das Fischereimuseum, untergebracht im alten Arsenal, informiert über die Entwicklung des Fischfangs von den ältesten Fangmethoden bis hin zu modernsten Techniken. Schiffsmodelle, Nachbauten und kleine Schiffe dokumentieren die Unterschiede zwischen der traditionellen und der modernen Fischerei, darunter ein Rettungsboot von 1894 und ein 1981 abgetakelter Trawler.
Crozon, Presqu'Île de Crozon
Tipp der ADAC Redaktion
Landschaft

Crozon-Halbinsel

Crozon
Steile Klippen und eine starke Brandung, Ginster, Heide und geduckte Bauernkaten prägen die Halbinsel von Crozon. Die 70 m hohe, spektakuläre Steilküste Pointe de Penhir bietet bei gutem Wetter eine Sicht bis zur Pointe du Raz.
Saint-Thégonnec, Enclos paroissial de Saint-Thégonnec
Tipp der ADAC Redaktion
Bauwerke

Enclos paroissial de Saint-Thégonnec

Saint-Thégonnec
Seit dem 16./17. Jh. wetteiferten die Pfarreien der Region darum, den schönsten umfriedeten Pfarrbezirk zu besitzen. Kern dieser Anlagen ist ein Friedhof mit Calvaire, einem Bildstock aus Stein, der die Leidensgeschichte Christi und das Wirken des Dorfheiligen darstellt. Der in der Renaissance erbaute Pfarrbezirk von St-Thégonnec, der Enclos paroissial de Saint-Thégonnec, besteht aus Triumphtor, Kalvarienberg und Kirche mit prächtigen bretonischen Verzierungen und dem zweistöckigen Beinhaus mit korinthischen Halbsäulen von 1676-82.
Brest, Cours Dajot
Tipp der ADAC Redaktion
Bauwerke

Cours Dajot

Brest
Eine großartige Aussicht auf den Hafen von Brest und die Elorn-Mündung bietet die Promenade Cours Dajot auf der alten Festungsmauer. An seinem Ende blieb das Château aus dem 12.-17. Jh. als einziges historisches Gebäude erhalten. Von dort fällt der Blick nach Norden auf den Pont de Recouvrance, bis 2008 Europas größte Hubbrücke, die den Fluss Penfeld überspannt.
Brest, Musée national de la marine
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Museen

Musée national de la marine

Brest
In der Festung von Brest zeigt das Marinemuseum Exponate aus 17 Jahrhunderten Seefahrtsgeschichte, im Speziellen der Stadt Brest, darunter Schiffsmodelle, Gemälde, Skulpturen und Kleinst-U-Boote. Die Besichtigung der historischen Räume des Schlosses und die Aussicht über die Bucht runden den Besuch ab.
Morlaix, Maison de la Duchesse Anne
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Bauwerke

Maison de la Duchesse Anne

Morlaix
Zu den in Morlaix unter Denkmalschutz stehenden Fachwerkhäusern mit Erkern zählt auch die Maison de la Duchesse Anne. Das zwischen 1520 und 1530 erbaute Haus ist ein sogenanntes Laternenhaus, wobei damit der überdachte, prachtvoll ausgeschmückte Innenhof gemeint ist, der als Tageslichtquelle diente.
Quimper, Musée Départemental Breton
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Museen

Musée Départemental Breton

Quimper
Das Bretonische Heimatmuseum zeugt von der kulturellen Vielfalt der alten Bischofsstadt Quimper. Es residiert im ehemaligen Bischöflichen Palais neben der Kathedrale und zeigt u.a. Möbel, Trachten, Fayencen und Funde aus gallo-römischer Zeit. Es zeigt Töpferkunst verschiedener Epochen, Trachten, Möbel, Kunsthandwerk und Funde aus Vorgeschichte und Antike.
Morlaix, Maison à Pondalez
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Museen

Maison à Pondalez

Morlaix
Das Musée de Morlaix breitet seine Schätze in zwei Gebäuden aus: in der Maison à Pondalez und in einem alten Jakobinerkloster, in dem Wechselausstellungen stattfinden. Die Maison à Pondalez ist ein denkmalgeschütztes Fachwerkhaus aus dem 16. Jh. mit einem monumentalen Steinkamin, einer Wendeltreppe und Holzübergängen in einem großen Raum. Hier befinden sich Exponate im Zusammenhang mit der Stadtgeschichte und dem täglichen Leben wie Schrankbetten, Truhen und Werkzeug.
Plougastel-Daoulas, Calvaire de Plougastel-Daoulas
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Bauwerke

Calvaire de Plougastel-Daoulas

Plougastel-Daoulas
Kunstfreunde finden in der Stadt Plougastel-Daoulas einen der bedeutendsten und mit 10 Meter Höhe einen der größten Kalvarienberge der Bretagne, der zwischen 1602 und 1604 nach dem Ende einer Pestepidemie erbaut wurde. In 28 Szenen erzählen über 180 steinerne Figuren die Leidensgeschichte Christi.
Morgat, Grottes Marines
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Landschaft

Grotten von Morgat

Morgat
Ein gängiger Zeitvertreib auf der Halbinsel Crozon ist ein Ausflug mit dem Boot zu den Grottes Marines, die bis zu 80 m tief und 15 m hoch sind. Sie sind die größte Attraktion des Seebads Morgat. Boote fahren im Hafen Morgats vom Quai Kador ab.
Camaret-sur-Mer, Alignements de Lagatjar
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Museen

Alignements de Lagatjar

Camaret-sur-Mer
Ganz in der Nähe von Camaret, auf dem Weg zur Pointe de Penhir, geben die Menhire von Lagatjar archäologische Rätsel auf. 143 Langsteine stehen hier in Reihen (Alignements). Dienten sie als Sonnenkalender, Tempel oder Energiezentren? Bisher enthüllten die Kolosse ihr Geheimnis nicht.
Le Faou, Parc Naturel Régional d'Armorique
Tipp der ADAC Redaktion
Landschaft

Parc Naturel Régional d'Armorique

Le Faou
Das Gebiet im bretonischen Hinterland um die höchsten Erhebungen Roc Trévezel und Tuchenn-ar-Gador (383 bzw. 384 m) blieb weitgehend naturbelassen und wurde zum Regionalpark erklärt. Heidelandschaften, Sümpfe, Torfmoor, Hecken, kahle und bewaldete Höhenrücken wechseln sich in wunderbarer Ursprünglichkeit ab. Doch etwa die Hälfte des Parks ist Meeresgebiet inklusive der Inseln Ouessant, Île de Sein und Île Molène. Das Ecomusèe in den Monts d’Arrée in Moulins de Kerouat, das Ecomusèe auf Ouessant und das Landgut Domaine de Menez Meur in der Nähe des Dorfes Hanvec haben sich dem Umweltschutz verschrieben.
Concarneau, Bootsausflug zu den Îles Glénans
Tipp der ADAC Redaktion
Aktivitäten

Bootsausflug zu den Îles Glénans

Concarneau
Ein Bootsausflug ab Concarneau (Port de Pêche) zu den 20 km vom Festland entfernten Îles Glénans lohnt sich. Auf der Insel Saint-Nicolas hat man Zeit zur freien Verfügung, bevor man auf einer einstündigen Kreuzfahrt durch den Glénan-Archipel auch die Inseln Penfret, Bananec, Le Loch, Drenec, Fort Cigogne in Augenschein nehmen kann. Dabei erhält man Informationen zu Flora und Fauna der Inseln.
Plougastel-Daoulas, Musée de la Fraise
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Museen

Erdbeer- und Heimatmuseum Plougastel-Daoulas

Plougastel-Daoulas
Plougastel-Daoulas gilt als die Erdbeer-Stadt Frankreichs. Hier wird in einem kleinen Erdbeer-Museum die Geschichte der beliebten Frucht erzählt. Im 18. Jh. gelangte die weiße Erdbeere aus Chile nach Frankreich, wurde in den Gärten des Königs in Versailles angebaut und kam später nach Plougastel. Die Sorte Gariguette, die hier angebaut wird, ist bekannt für ihr Spitzenaroma.
Pont-L'Abbe, Musée Bigouden
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Museen

Musée Bigouden

Pont-L'Abbe
Pont-lAbbé ist bekannt für Häkelspitzen und kunstvolle Stickereien. Das Musée Bigouden im Turm des Château zeigt neben Spitzenhauben, dem traditionellen Kopfschmuck der Frauen dieser Region, auch traditionelle Kleidung und Möbel.
Saint-Pol de Léon, Ancienne Cathédrale
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Bauwerke

Ancienne Cathédrale

Saint-Pol de Léon
Ein architektonisches Ausrufezeichen von Saint-Pol de Léon ist die gotische Kathedrale (12.-16. Jh.). Das liebevoll geschnitzte, figurenreiche Chorgestühl illustriert das Leben des hl. Polanus, einer der sieben Gründerväter der Bretagne und Namensgeber für den Ort.
Saint-Pol de Léon, Chapelle du Kreisker
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Bauwerke

Chapelle du Kreisker

Saint-Pol de Léon
Der 78 m hohe Turm der Chapelle du Kreisker (14./15. Jh.) in St-Pol-de-Léon bietet einen herrlichen Ausblick über die umliegenden Artischockenfelder bis zum Meer. Der Ort trägt seinen Namen nach dem Drachentöter Paul Aurélien aus Wales, dessen Gebeine in einem Reliquienschrein in der Kathedrale aufbewahrt werden.
Brignogan-Plage, Côte des Abers
Tipp der ADAC Redaktion
Landschaft

Côte des Abers

Brignogan-Plage
Die Küste westlich Brignogan-Plages ist für Urlauber reizvoll, für Seefahrer tückisch. Eine Kette imposanter Leuchttürme sichert die gefährliche Passage, u.a. der mit 82,5 m höchste Leuchtturm Europas auf der Île de la Vierge. Die Abers sind fjordartige Flussmündungen, die am Ende der Eiszeit unter den Meeresspiegel sanken. Wegen des niedrigen Wasserstands bei Ebbe gibt es dort keine großen Häfen. Einzig das Sammeln von Tang und Algen bringt am ›Ende der Welt‹ wirtschaftliche Erträge.
Menez-Home
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Landschaft

Ménez-Hom

Plomodiern
Einen eindrucksvollen Panoramablick über die Halbinsel von Crozon, die Rade de Brest und die Baie de Douarnenez genießt man nach dem Aufstieg auf den 330 m hohen Ménez-Hom. Der den Kelten heilige Berg befindet sich zwischen Plomodiern und Trégarvan. Gleitschirmflieger starten von hier zu einem Flug über die friedliche bretonische Küstenlandschaft. 
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Reiseführer-Themen

Geschichte der Normandie: von Caesar bis zum D-Day

Kein Geringerer als Julius Caesar eroberte 58–51 v. Chr. die heutige Normandie. Unter dem Merowinger Chlodwig zerschlugen die einfallenden Franken im 5. Jh. die römische Herrschaft, hielten jedoch am zuvor eingeführten Christentum fest.  Die Wikinger kommen Im 9. Jh. traten die Männer aus dem Norden, die Wikinger, auf den Plan – erst später nannte man sie Normannen (Nordmänner). Sie wüteten zum Schrecken der Bewohner entlang der Kanalküste und der Seine. Um den Verwüstungen Einhalt zu gebieten, überließ der Frankenkönig Karl der Einfältige dem Wikinger Rollo 911 die Untere Normandie. 933 erhielt Rollos Sohn Wilhelm Langschwert die Obere Normandie und den Herzogstitel zuerkannt.  Die Normannen waren nun die unbestrittenen Herren der Normandie, welche folglich auch nach ihnen benannt wurde.  Ihr berühmtester Herrscher kam 1027 in Falaise zur Welt: Wilhelm der Bas­tard, ein unehelicher Sohn von Herzog Robert dem Prächtigen. 1066 eroberte Wilhelm England, erhielt den Ehrentitel ›der Eroberer‹ und ließ sich am Weihnachtstag 1066 in Westminster Abbey zum König von England krönen. Durch Heirat übernahm ab 1144 das mächtige Geschlecht der Plantagenets die normannische Herzogswürde. Weitere Eheschließungen dehn­ten deren Macht­bereich immer mehr aus, sodass sie schließlich von Schottland bis zu den Pyrenäen herrschten.  Engländer und Franzosen  Richard Löwenherz musste das Reich Ende des 12. Jh. gegen die mächtiger werdenden Franzosen verteidigen, die im 13. Jh. die Oberhand im Seine-Tal gewannen. Richards Nachfolger Johann Ohneland musste auf die Herzogswürde und damit die Normandie verzichten. Fortan herrschte der französische König. Von 1337 bis 1450 verwüstete der Hundertjährige Krieg zwischen England und Frankreich die Region. Als Rouen 1420 fiel, wurde die Normandie vorübergehend wieder englisch. Kurz darauf befreite Jeanne d’Arc ­Orléans von den Engländern, doch wurde sie 1430 an diese ausgeliefert, zum Tode verurteilt und 1431 in Rouen verbrannt. 1450 verloren die Engländer endgültig den Krieg.  Während der Französischen Revolu­tion wurden viele Paläste zerstört und Klöster aufgelöst. Im 19. Jh. wurde die Region erstmals durch Eisenbahnlinien erschlossen und avancierte zum ›Strand von Paris‹. Mitte des 19. Jh. zog es bedeutende Maler wie Claude Monet in die Region. Landung in der Normandie 1940 besetzten die Deutschen die Normandie. Am D-Day, dem 6. Juni 1944, begann mit der Landung der Alliierten an den Stränden östlich der Cotentin-Halbinsel die Befreiung Frankreichs. Zahlreiche Bunker, Gedenkstätten, größere und kleinere Museen erinnern daran. Ausführliche Informationen zu den Gedenkstätten und Kartenmaterial bietet der Tourismusverband der Normandie.
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Normannische Küche: Essen wie Gott in Frankreich

Die normannische Küche ist alles andere als einseitig. Neben Kalb, Ente, Lamm, Würsten, Schinken und Käse gibt es auch viel Fisch und Meeresfrüchte. Typische Vorspeisen sind ein gebackener Camembert, eine deftige Paté vom Schwein oder von der Ente, eine Assiette de Charcuterie, eine Wurstplatte, Cotentin-Schinken, eine Assiette de Crudité, Salat-­Gemüseplatte, Krabben aus Honfleur, Langustinen, Muscheln, und nicht zu vergessen frische Austern.  Muscheln und Kuttelwurst An der Küste als Haupt­speise beliebt ist eine Blanquette (Ragout) von Jakobsmuscheln in einer Butter-Calvados-Sauce oder Scholle in brauner Butter. Hervorragend sind auch Rochenflügel mit Kapern oder eine Marmite, ein Fischtopf. Die Spezialität der Westküste des Cotentin ist Hummer von den Chausey-Inseln, die des Mont-Saint-Michel ist Salzlamm.  Im Inland sehen die Hauptspeisen anders aus. Die Andouille, Kuttelwurst aus Vire oder Alençon, gehört wie Tripes, Innereien, zu den Spezialitäten, letztere als Tripes à la mode de Caen besonders in der Region Caen.  Ente mit Cidre aus dem Seine-Tal, Schweine- oder Kalbskoteletts, Hähnchen aus dem Pays d’Auge mit Sahne und Calvados oder Kaninchen lauten die kulinarischen Alternativen.  Cidre und Wein Zu fast allem schmeckt ein Cidre, ein Apfelwein. Man wählt zwischen doux (lieblich), brut (trocken) und mousseux (schäumend). Wein wird in der Normandie nicht angebaut, doch die angrenzenden Weingebiete der Loire liefern einen Muscadet zu den Aus­tern sowie Rot- und Weißweine zu Fleisch- oder Fischgerichten. Käse und Calvados Ein Kuhkäse leitet als Zwischengang zum Dessert über. Wer keinen Platz mehr im Magen hat, greift auf ein bewährtes Hausmittel zurück: ein Glas Calvados, Apfelschnaps mit 40 bis 45 Prozent Alkoholgehalt.  Apfelkuchen Auch beim Nachtisch dreht sich in der Apfelregion Normandie vieles um Äpfel. Klassisch ist die Tarte aux Pommes, Apfelkuchen mit einem dünnen Mürbeteig, dazu gibt es einen Schlag Crème fraîche und eine Kugel Vanilleeis. Aber auch eine süße Crêpe oder eingelegte Birnen mit Zimt sind als Dessert beliebt.  Zum abschließenden Kaffee mundet ein weiteres Gläschen Calvados als Digestif, und somit hätte dann auch das üppigste normannische Mahl seinen runden Abschluss gefunden.
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Kunst und Literatur in der Bretagne

Das in einem bewaldeten Tal beiderseits des Flüsschens Aven gelegene Dorf Pont-Aven entwickelte sich ab 1865 zum Treffpunkt für Künstler nicht nur aus Paris, sondern auch aus Irland, Polen und sogar den USA. Weltweit bekannt wurde das Städtchen durch den Maler Paul Gauguin (1848–1903), der zwischen 1886 und 1889 immer wieder für Wochen oder Monate hier weilte. Von Pont-Aven aus besuchte Gauguin auch gerne den nur wenige Kilometer südlich gelegenen Hafenort Le Pouldu. Schule von Pont-Aven Zusammen mit Malerkollegen wie Émile Bernard (1868–1941) und dessen Schüler Paul Sérusier (1864– 1928) suchte Gauguin den Impressionismus zu überwinden und einen expressionistisch-symbolistischen Stil zu entwickeln. So malten die Künstler nicht mehr im Freien, sondern im Atelier, meist aus der Erinnerung heraus. Ihr Fokus lag nicht auf detailgetreuer Darstellung, sondern der Konzentration auf das Wesentliche. Die Künstlergruppe wurde später unter dem Namen Schule von Pont-Aven bekannt. Bildmotive und Schauplätze ihrer Kunst lassen sich noch im Bois d’Amour, im Liebeswald am Ufer des Aven, aufspüren.  Die beiden Weltkriege brachten den Niedergang der Kunstszene, obwohl Meister wie Pablo Picasso, Marc Chagall und Max Ernst die Bretagne besuchten und von ihrem herben Charme begeistert waren. Bretonische Künstler schafften es nicht, Weltruhm zu erlangen. Bekanntester Maler ist Mathurin Méheut (1882–1958), dessen Aquarelle und Gouachen Naturszenerien abbilden und den Alltag von Fischern, Bauern und Handwerkern schildern.  Von Mittelalterlegenden, Science Fiction und Krimi Die bretonische Dichtkunst hinterließ bedeutendere Zeugnisse, angefangen bei Märchen und Mythen wie der Sage um König Artus aus dem keltisch-britannischen Sagenkreis.  Abenteuerliches aus dem Leben der Fischer schilderte Julien Vinaud (1850–1923) alias Pierre Loti. In seinem Roman ›Die Islandfischer‹ von 1886 thematisierte er das raue und gefährliche Arbeitsleben der Kabeljaufänger von Paimpol.  Als einer der weltweit bekanntesten Repräsentanten der bretonischen Literatur gilt Jules Verne (1828–1905) aus Nantes. Schon als Jugendlicher war er fasziniert von Naturkunde, von Schiffs- und Ballonreisen. Als Elfjähriger soll er versucht ­haben, auszureißen und als Schiffsjunge anzuheuern, um die Weltmeere zu bereisen. Seine bekanntesten Werke sind ›Reise zum Mittelpunkt der Erde‹ (1864), ›Zwanzigtausend Meilen unter dem Meer‹ (1869) und – sein größter Erfolg – ›Reise um die Erde in 80 Tagen‹ (1873).  In ›Bretonische Verhältnisse‹, dem ersten Fall der Kriminalroman-Reihe von Jean-Luc Bannalec, ermittelt Kommisar Dupin in Pont-Aven auf Spuren Paul Gauguins. Der Autor wurde 2018 zum Ehrenmitglied der Académie littéraire de Bretagne ernannt. Die Serie wurde auch verfilmt.  
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Frankreich, die Wiege des Impressionismus

Zwischen 1860 und 1870 leitete eine Gruppe französischer Künstler, die später unter dem Namen Impressionisten berühmt werden sollte, eine neue Ära in der Kunstgeschichte ein. Sie kehrten der statischen Ateliermalerei mit ihren künstlichen Lichtquellen den Rücken und gingen hinaus in die Natur, um das flimmernde Licht einzufangen.  Aufbruch zu neuen Ufern also, und die fanden die ›jungen Wilden‹ jener Zeit an den idyllischen Ufern von S­eine und Oise. Es entstanden leichte, duftige Landschaftsbilder, von denen viele schon die Zeichen einer sich zaghaft verändernden Zeit trugen: die stählerne Seine-Brücke bei Argenteuil, Fabrikschornsteine am ­Oise-Ufer bei Pontoise, gewaltige ­Hafenanlagen und schnaufende Eisenbahnen.  Aufbruch zu neuen Ufern: Freiluftmalerei an Seine, Oise und Ärmelkanal Die Künstler malten erst im Wald von Fontainebleau in der naturalistischen Art der Schule von Barbizon. Später gaben sie sich dem Zauber des Wassers an Seine, Oise und am Ärmelkanal hin. Die Zerlegung der Farbtöne, die nötig war, um die Reflexe des Wassers in Malerei zu übersetzen, wurde schließlich zum allgemeinen Prinzip der impressionistischen Technik. Im Auge des Betrachters setzen sich diese kleinen und kleinsten Farbflecken dann wieder zusammen. Lieblingsorte von Manet und Monet im Dunstkreis von Paris Die hübschen Plätzchen in und um Argenteuil, an denen Monet, Manet und Degas einst ihre Staffeleien aufstellten und malten, sind heute längst von der Trostlosigkeit der Häuserschluchten Pariser Vorstädte überwuchert. Doch an manchen Stellen sind die Spuren der Impressionisten noch erkennbar.  Auf einer Seine-Insel mitten im Städtchen Chatou 10 km westlich von Paris befindet sich das Restaurant und ­Museum Maison Fournaise, das bei Malern, Schriftstellern und Musikern sehr beliebt war und dessen Stimmung Renoir in seinem Werk ›Frühstück der Ruderer‹ festhielt. In Bougival malte Monet die Seine vor den Resten der alten Brücke. Sisley brachte die Boote an der Schleuse und weiter flussabwärts die Häuser an der überschwemmten Uferstraße bei Port Marly auf die Leinwand.  In Pontoise verbrachte Pissarro einige Jahre. Das dortige Musée Camille Pissarro zeigt seine Zeichnungen und Druckgrafiken. Auf den Spuren Van Goghs und Monets Wer dem Flüsschen Oise folgt, kommt zum Impressionisten-Dorf Auvers-sur-Oise, das eng mit dem Namen Van Goghs verknüpft ist. Er schuf dort seine letzten Bilder und ist auf dem örtlichen Friedhof begraben. Ziel der Besucher ist der bei den Künstlern seinerzeit sehr beliebte Gasthof, die Auberge Ravoux, in dem man damals wie auch heute noch speisen kann. Van Gogh wohnte und starb hier. Im musealen Teil der Auberge, der Maison de van Gogh, ist das Zimmer des Malers zu sehen.  In Giverny schließlich findet man das wunderbar erhaltene Haus von Monet mit seiner altrosa Fassade, den grünen Fensterläden und dem blühenden Garten samt Seerosenteich. Immer wieder hielt Monet sein privates Paradies auf Leinwand fest – für Kulturtouristen der Höhepunkt einer Reise auf den Spuren der Impressionisten.
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Gotische Kathedralen in Frankreich: himmelstrebende Zeugen aus Stein und Frömmigkeit

Staunend steht man heute vor der Architektur der mittelalterlichen Baumeister, die das Streben nach ­Höherem in graziles Spitzenwerk aus Stein verwandelten. Die architektonischen Neuerungen der Gotik entstanden im 12. Jh. in der Île-de-France. In dieser Epoche herrschten ideale Bedingungen für die Errichtung dieser großartigen, überdimensionalen Gotteshäuser. Kathedralen im Höhenflug: Saint Denis und Reims  Es war eine Zeit relativen Friedens, guter Ernten, steigenden Wohlstands und Bevölkerungswachstums. Es war auch die Zeit der Kreuzzüge und einer erstarkenden Kirche, die Zeit, in der das Heilige Römische Reich langsam zerfiel und das französische Königshaus immer mehr an Macht gewann. Monarchie und Kirche waren damals eng verbunden, was an den Königsgalerien der Fassaden sichtbar wird und auch daran, dass die Könige in der Kathedrale von Reims gekrönt und in der Kathedrale von Saint Denis beigesetzt wurden.  Die gotische Baukunst entwickelte sich aus dem romanischen Stil mit seinen massiven Wänden, Rund­bögen, schweren Gewölben und dunk­len, gleichsam geduckten Innenräumen. Jetzt wollte man höher hinaus, dem göttlichen Licht entgegen. Zielführend war eine Erfindung der Statik: Die Baumeister verlegten das Strebewerk nach außen. Auf diese Weise konnte es das von Kreuzrippen getragene Gewölbe optimal abstützen, wodurch dessen Druck besser verteilt und aufgefangen wurde. Damit wurden auch allmählich die Emporen als stützende Elemente überflüssig. Das neue Raumgefühl verlangte jedoch nicht nur nach Höhe, sondern auch nach Licht und sanfter Helligkeit. Deshalb wurde die kompakte Mauer gleichsam aufgelöst und von hohen Fenstern und riesigen Fens­terrosetten zwischen den Strebepfeilern durchbrochen.  Glasmalerei und Steinmetzkunst entwickelten sich zu hoher Blüte. Feingliedrige Strebepfeiler, Ziergiebel (Wimperge), Türmchen (Fialen) und gotisches Dekor wie Maßwerk und Kreuzblumen lassen die Fassaden wie steinernes Spitzenwerk erscheinen. Religiöse Figuren zieren Giebelfelder (Tympana) und Bogenläufe (Archivolten), Gewändefiguren wie Engel und Heilige lösen sich erstmalig aus der Mauer heraus.   Hochmut der Baukunst: Kathedrale von Beauvais  Doch die neue Technik stieß auch an ihre Grenzen, als man Mitte des 13. Jh. in Beauvais eine alles überra­gende Kirche schaffen wollte. Das Schiff erreichte eine Höhe von 48 m, das Dach war gedeckt, die Kirche eingeweiht – doch 1284 stürzte ein Teil des Gewölbes ein. Im 16. Jh. brach außerdem der etwa 150 m hohe Turm in sich zusammen – die Gotik war an ihre baulichen Grenzen gestoßen. 
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