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Ravello, Villa Rufolo
Tipp der ADAC Redaktion
Bauwerke

Villa Rufolo

Ravello
Mitte des 19. Jh. erwarb der Schotte Sir Francis Neville Reid die Ruinen der Villa der Patrizierfamilie Rufolo gegenüber der Kathedrale und ließ sie in orientalisch-romantischem Stil teilweise wieder aufbauen. Vor allem der prachtvolle Park der Villa Rufolo hatte es Richard Wagner angetan, der auf seiner Italienreise hier die Inspiration zu Klingsors Zaubergarten in seiner Oper ›Parsifal‹ fand. Verzaubert werden Besucher heute noch, berauscht vom Duft unzähliger Blüten und hingerissen vom unglaublich schönen Ausblick auf Küste und Meer. Im Sommer erklingen auf der großen Terrasse des Gartens prominent besetzte Konzerte.
Ravello, San Pantaleon
Tipp der ADAC Redaktion
Bauwerke

San Pantaleon

Ravello
Stolz verweist die herrliche Kathedrale San Pantaleon aus dem 11. Jh. mit einem Bronzetor (1179) des berühmten Apuliers Barisano da Trani auf die Glanzzeit des Ortes. Das Innere des dreischiffigen romanischen Gotteshauses dominiert eine prunkvolle Kanzel, ein Meisterwerk (1272) des Nicolo di Bartolomeo aus Foggia. Höchst lebendig wirken die sechs Löwen, auf denen gedrehte, mit Mosaiken und Skulpturen verzierte Säulen ruhen, die ihrerseits wiederum die ebenso reich geschmückte Empore tragen. Auf dem gegenüber liegenden Ambo (1130), einem erhöhten steinernen Lesepult, wird auf einem grün-gold glitzernden Mosaik Jonas von einem Ungeheuer verschlungen, das freilich nur wenig Ähnlichkeit mit einem Wal hat. Dem Dom ist das Dommuseum angeschlossen.
Ravello, Villa Cimbrone
Tipp der ADAC Redaktion
Landschaft

Villa Cimbrone

Ravello
Von der Piazza del Duomo führen enge Gässchen zu einem spektakulären Aussichtspunkt. Die mit Reproduktionen antiker Büsten geschmückte »Terrasse der Unendlichkeit« (Terrazza dellinfinito) im Park der Villa Cimbrone scheint über dem Abgrund zu schweben und jeden Augenblick zum Meer hin abzuheben. So schön und romantisch der Park ist, die 1904 errichtete Villa, heute ein exklusives Hotel, wirkt mit ihrem schaurigen Stilgemisch lediglich skurril. Auch wenn sie, wie eine Gedenktafel verrät, anno 1938 der Filmgöttin Greta Garbo und dem Dirigenten Leopold Stokowski als Liebesnest diente.
Salerno, Duomo Santa Maria degli Angeli e San Matteo
Tipp der ADAC Redaktion
Bauwerke

Duomo Santa Maria degli Angeli e San Matteo

Salerno
Den hohen Kunstsinn der Normannen belegt das kostbarste Bauwerk von Salerno, der 1076-85 im arabisch-normannischen Stil umgestaltete Dom Santa Maria degli Angeli e San Matteo mit seinem mächtigen Campanile. Feierlich rahmen Säulen vom Forum der antiken Ruinenstadt Paestum das weite, an die Vorhöfe von Moscheen erinnernde Atrium. Über den gestelzten Arkaden und zierlichen Bögen ragt der wuchtige Campanile auf. Das Portal mit Bronzetüren, die 1099 in Konstantinopel gegossen wurden, geleitet ins Innere. Normannisch sind dort die prächtigen Kanzeln, die Mosaiken und der reliefierte Osterleuchter. In der Krypta ruhen die Gebeine des Evangelisten Matthäus.
Salerno
Tipp der ADAC Redaktion
Ortsbild

Salerno

Salerno
Schön ist die Fahrt per Schiff entlang der Amalfiküste bis zu Kampaniens Hauptstadt Salerno (135.000 Einw.). Hier weitet sich die Landschaft, Berge und Hügel treten zu­rück, lassen Raum für Boulevards wie den Lungomare Trieste am Meer. Salerno wurde im 5. Jh. v. Chr. von Etruskern gegründet, danach kamen Griechen, dann Römer. Im 11. Jh. starteten die Normannen von hier die Eroberung Süditaliens und Siziliens. Als Förderer der Künste und Wissenschaften etablierten sie in Sorrent die Scuola Medica, die erste Hochschule für Medizin. In diese Zeit fällt auch die prachtvolle Neugestaltung des Doms im arabisch-normannischen Stil. Zeugnisse aus dieser Epoche bewahrt zudem das nahe Museo Diocesano San Matteo, antike Kostbarkeiten zeigt das Museo Archeologico Provinciale.
Ravello
Tipp der ADAC Redaktion
Ortsbild

Ravello

Ravello
Durch das enge Drachental (Valle del Dragone) vom Meer getrennt, thront Ravello malerisch auf einem 350 m hohen Felssporn. Orienthandel und kluge Bündnispolitik bescherten einst Wohlstand. An die Glanzzeiten erinnert der Duomo San Pantaleon aus dem 11. Jh. mit einer bilderreichen Bronzetür (1179) von Barisano da Trani. Das Innere dominiert eine reliefgeschmückte Kanzel aus dem 13. Jh. von Nicolo di Bartolomeo aus Foggia. Sechs Löwen tragen ihre gedrehten, mit Mosaiken verzierten Säulen. Den Ambo, die Lesekanzel von 1130, ziert ein Mosaik mit Jonas, der statt von einem Wal von einem Seeungeheuer verschlungen wird. Nahebei lädt Villa Rufolo mit dem maurischen Hof zum Ausblick über die Küste ein. Das Panorama, gerahmt von Kopien antiker Büsten, lockt auch auf die Terrazza dell’Infinito im Giardino Cimbrone.
Cetara
Tipp der ADAC Redaktion
Ortsbild

Cetara

Cetara
Wenn man entlang der Amalfitana unterwegs ist und Lust auf ein gutes Fischgericht hat, so ist das hübsche Fischerstädtchen Cetara mit einem bilderbuchhaften kleinen Hafen zu empfehlen: Hier gibt es mehrere hervorragende Fischrestaurants.
Vietri Sul Mare
Tipp der ADAC Redaktion
Ortsbild

Vietri sul Mare

Vietri Sul Mare
In Vietri sul Mare klingt die Costiera Amalfitana in sanften Hügelketten aus. Der im 7. Jh. v. Chr. von Etruskern gegründete Ort avancierte im Mittelalter zu einem Keramikzentrum, das Einflüsse aus Byzanz und dem Orient aufnahm. Noch heute wird hier Geschirr verkauft. Das Museo della Ceramica in der Villa Guariglia zeigt die schönsten Stücke, Schalen, Vasen, Figuren und Figurengruppen.
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Reiseführer-Themen

Ausgrabungen in Pompeji: Schöner Wohnen und Baden in der Antike

Wer durch die Ruinen der beiden römischen Städte Pompeji und Herculaneum schlendert, findet eindrucksvolle ­Spuren ­einer systematischen Stadtplanung, eines differenzierten Gemeinwesens und eines behaglichen Lebensstils. Doch liegt es auf der Hand, dass sich Wohnbauten mit allem Komfort ­damals nur die sehr wohlhabende Oberschicht leis­ten konnte. Die Patri­zier lebten in romantisch kom­po­nierten Raumfluchten voller Kunst, Luxus und technischen Raffinessen, wie die Ruinenstädte im Schatten des Vesuv noch heute eindrücklich bezeugen.  Während die Majorität der römischen Bürger in einfachen Häusern oder Mietskasernen wohnte, wechselten Senatoren, Feldherren und Kaiser ihre Residenzen mit den Jahreszeiten. Im Winter blieb man im Stadthaus, dem Domus, im Sommer vergnügte und entspannte man sich auf dem Landgut in der luxuriös ausgestatteten Villa rustica.  Römischer Lebensstil bedeutete auch, ein einmal bewährtes System kaum mehr zu variieren. Das galt für öffentliche Gebäude ebenso wie für Nobelresidenzen. Deswegen sind so gut wie alle Wohngebäude nach einem ähnlichen, denkbar einfachen Schema errichtet worden. Auf der einen Seite eines zentralen Innenhofs, des Atriums, lagen die Herrschafts- und Repräsentationssäle, auf der anderen reihten sich die Wirtschaftsräume und Kammern für das Hauspersonal. Dem überdachten Atrium, das durch eine Öffnung in der Mitte Licht erhielt, wurde ab dem 2. Jh. v. Chr. ein Hof mit Säulenumgang (Peristyl) und Garten angegliedert, in dem der Hausherr im Freundeskreis zu lustwandeln pflegte. Um das Peristyl gruppierten sich Speise-, Schlaf- und Gästezimmer, ein Kult­raum mit Altar für die Hausgötter und die Thermen. Zur Ausstattung ­römischer Badeanlagen gehörte stets ein kaltes (Frigidarium), ein lauwarmes (Tepidarium) und ein heißes Wasserbecken (Caldarium) mit Dampf­bad. Brennöfen und Heizräume (Hypokaustum) unter den Fußböden sorgten für Wärme. Die Säle, Gärten, Thermen und Privatgemächer waren häufig mit Darstellungen der antiken Mythologie und Szenen aus der alltäglichen Lebenswelt geschmückt. Farbenfrohe Wandmalereien, kostbare Mosaikfußböden und meisterhafte Skulpturen belebten das Ambiente. Die Götter- und Heldentaten, die Schilderungen von Sport und Spiel, Fischfang und Jagd, Liebe und Eros dienten der Kontemplation und Selbstdarstellung.
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Geschichte: Magna Graecia - griechische Einflüsse in Süditalien

Ab dem 8. Jh. v. Chr. gründeten griechische Kolonisten Städte in Süditalien und prägten die Region mit ihrer Kultur so sehr, dass man sie bald Großgriechenland, Magna Graecia, nannte. Die griechischen Kolonisten fanden an den Küsten Süditaliens bessere Lebensbedingungen vor als in ihrer Heimat. In Kalabrien und der Basi­li­kata gründeten sie Städte wie Rhe­gion (Reggio Calabria), Sybaris (Sibari), Kroton (Crotone), Krimisa (Cirò), Lokroi Epizephyrioi (Locri) und Metapontion (Metapont).  Jede Polis war unabhängig und die Bürgerschaft selbst­bestimmt. Die Städte waren durch eine Ummauerung gesichert, ihr Zen­trum bildete die Agora, der Versammlungsplatz. Dieser war umgeben von Ratsgebäuden, Theatern und Tempeln. Wohnhäuser, Werkstätten, Brennöfen und Brunnen gehörten ebenfalls zum Stadtbild, wie archäologische Ausgrabungen bezeugen.  Einer der Griechen, der seine Heimat verließ, war Pythagoras. Er zog um 530 v. Chr. von der Insel Samos nach Kroton und hatte bald Schüler und Anhänger in ganz Süd­italien. Die Pythagoräer waren von der zahlenbasierten harmonischen Ein­heit der Welt überzeugt, strebten nach Harmonie in Leben und Gesellschaft. Ihr Leitgedanke war der Einkang von Mensch, Tier und Natur. Pythagoräer aßen kein Fleisch, brachten keine Tieropfer dar, verzichteten auf jeden Luxus. Als sie sich nach dem Sieg über ­Sybaris 510 v. Chr. gegen die Demokratisierung stellten – sie waren Anhänger der aristokratischen Oli­garchie und glaubten an Eintracht und Frieden durch Stabilität – mussten sie Kroton verlassen und gingen nach Me­ta­pont. Die Magna Graecia wurde damals Keimzelle der Philosophie, die Pythagoräer beeinflussten große Denker wie Platon, Aristoteles und He­ro­dot.  Im Laufe der Zeit gerieten die Griechenstädte in Konflikt mit italischen Völkern, mit Bruttiern, Lukaniern und Samniten. Das Römische Reich bot seine Hilfe an und konnte, auf Kosten der reichsten und mächtigsten Kolonie Taras (heute Tarent in Apulien), im 3. Jh. v. Chr. seinen Einfluss im Süden ausbauen. Nach dem Pyrrhischen Krieg (280-275 v. Chr.) eroberten die Römer das gesamte Gebiet der Magna Graecia. In den Folgejahren wurden Bevölkerung und Verwaltung romanisiert, die griechische Sprache wurde von Latein verdrängt.  Ab dem 6. Jh. gewann die griechische Kultur allerdings erneut an Einfluss in Süditalien. Rossano in der Sila Greca entwickelte sich zum ­Zentrum griechischsprachiger, lose organisierter orthodoxer Mönche. Viele der Basilianer­ genannten Glaubensbrüder lebten in Klöstern, gehörten aber keinem Orden an. Neue Basilianerklöster entstanden sogar noch während der Normannenzeit. Im 13. Jh. begann der wirtschaft­liche Niedergang, und da keine ­Erholung einsetzte, gaben die Ba­si­lianer im 16. Jh. den griechischen Ritus auf und übernahmen die Ordensregeln der Benediktiner.  Ein Zeugnis dieser Kultur, die griechisch-kalabrische Sprache, einst weitverbreitet, beschränkt sich heute auf Dörfer im Aspromonte wie Bolvo, Roghudi und Gallicianò.
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