Im Raurisertal scheint die Zeit stehen geblieben zu sein: Im Hauptort Rauris etwa sind alte Steinhäuser mit gotischen Kielbogen am Portal erhalten, wie etwa das Voglmairhaus (16. Jh.) mit seinen vier Erkern. Dort lebten wohlhabende Bergwerksbesitzer, die etwa 1460–1560 in den Tauern nach Gold graben ließen. Im Seidlwinkltal, einem Nebental des Raurisertals, war das über 500 Jahre alte Tauernhaus einst die letzte Station der schwer bepackten Säumer vor der Überquerung des Alpenhauptkamms nach Heiligenblut.
Der Nationalpark Hohe Tauern widmet sich hier den Greifvögeln der Alpen. Allen voran dem mit einer Spannweite von bis zu 2,90 m größten Vogel der Alpen: dem Bartgeier. Nach seiner Ausrottung in den Alpen wurde er wieder angesiedelt und zieht jetzt sogar im Krumltal wieder Nachwuchs auf. Nationalparkranger führen im Sommer Touren in dieses Seitental, in dem Bart-, Gänsegeier und Steinadler zu beobachten sind.