Mächtiger Bischofssitz, politisches und kulturelles Zentrum des Mittelalters, Wiege der europäischen Kohle- und Stahlindustrie – das belgische Lüttich blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Fährt man an einem regnerischen Tag in die Hauptstadt der Wallonie hinein, entsteht schnell der Eindruck, dies sei kein Ort zum Verweilen. Grau und schmal drängen sich die Häuser aneinander, Lüttich steht seine jüngere Geschichte als Arbeiterstadt ins Gesicht geschrieben. Wer achtlos die 35 km ins schickere Maastricht weiterfährt, verpasst jedoch etwas. Mit den richtigen Lüttich-Reisetipps passiert das nicht: Highlights wie das Museum Curtius, die Kathedrale Saint-Paul oder das prächtige Jugendstil-Konzerthaus Le Forum lohnen sich.
Reiseführer Lüttich – unterschätzte Stadt
Entdeckungslustige besichtigen besondere Museen wie das Musée de la Vie Wallonne, in dem die stolze Hand- und Bergwerks-Geschichte der Region erzählt wird, und ein halbes Dutzend bemerkenswerter Kirchen – unter ihnen Sankt Bartholomäus Lüttich, der älteste Sakralbau Lüttichs. Prunkbauten wie das fürstbischöfliche Palais mit seinem schönen Renaissancehof an der Place Saint-Lambert oder das barocke Rathaus an der Place du Marché machen die Stadt zu einem nicht zu unterschätzenden Urlaubsziel. Dazu kommen Sehenswürdigkeiten wie die mittelalterliche Zitadelle mit Panoramablick über Lüttich.
Gen Himmel geschwungen: der Bahnhof Guillemins
Grazil und luftig wirken die Bauwerke des Architektur-Genies Santiago Calatrava. So auch das Gebäude des Bahnhofs Liège-Guillemins: Es schwingt sich 35 m hoch und dem Himmel entgegen, mit zahllosen weißen Bögen und Rippen, die die Calatrava-typische Anmutung von etwas Lebendigem, Organischem erzeugen. Seit seiner Erbauung 2009 gilt der Bahnhof als modernes Wahrzeichen Lüttichs und gehört zu den Top-Reisetipps bei einem Besuch der Stadt.