Kreuzlingen liegt am Bodensee in der Schweiz. Die Stadt hat rund 22'000 Einwohnern und ist somit die zweitgrößte Stadt des Kantons Thurgau. Sie bildet zusammen mit Konstanz eine Agglomeration mit rund 100'000 Einwohnern.
Von Chruochilinga bis Kreuzlingen
Die erste schriftliche Erwähnung von Kreuzlingen datiert aus dem Jahr 724. Damals wurde die Ortschaft als ›Chruochilinga‹ in einer Schenkungsurkunde des Klosters St. Gallen erwähnt. Später trug das Augustiner Chorherrenstift den Namen »crucelin«. Das ab 1650 errichtete Kloster wurde 1848 aufgehoben. Heute ist es Pädagogische Schule, die einstige Klosterkirche ist die katholische Pfarrkirche St. Ulrich und Afra.
Kirche und Ölberg
Die Kirche wurde mit dem Kloster 1650-53 erbaut. 1764 erfolgte die Umgestaltung von Kirche und Teilen des Klosters im Stil des Rokokos. Die Deckengemälde von Franz Ludwig Herrmann zeigen Szenen aus dem Ordensleben des heiligen Augustinus. Das prächtige Chorgitter wurde 1737 von Johann Jakob Hoffner hergestellt.
Besonders sehenswert ist an der Westseite der Kirche die Ölbergkapelle mit Gnadenkreuz und Kalvarienberg. Der aus Buchenstücken zu Grottenwerk gestaltete Ölberg von Innozenz Beck wird von 250 ungefähr 30 cm hohen Statuen aus Arvenholz belebt, die von 1720-30 datieren und wohl einer südostalpenländischen Schnitzerwerkstatt entstammen.
Handel und Fischerei am Bodensee
Das Seemuseum Kreuzlingen widmet sich in der ehemaligen Kornschütte des Augustinerkloseres der Geschichte des Bodensees und der Schifffahrt. In den Ausstellungen werden zahlreiche historische Gegenstände rund um Schifffahrt und Fischerei gezeigt, darunter ein über 500 Jahre altes Schiffswrack.